Mittwoch, 28. Januar 2015

SCHATZKISTE: P WIE PLEKTREN

p - wie plektren



"plektren" ist die mehrzahl von "plektron" und dieses wort bedeutet wiederum "schlagblatt". und das braucht man um gitarre zu spielen, natürlich kann man auch ohne plektron gitarre spielen, sofern man es kann, nur klingt das dann ganz anders. ich habe nie gelernt ohne plektron zu spielen, die ganzen klampfenzupfer sind mir echt ein rätsel. also, so ansatzweise kriege ich noch irgendwas klägliches zusammen, aber mir ist das plektron einfach lieber, nicht zuletzt deshalb, weil ich den klan besser finde. mit plektron schnalzt es so richtig, ohne klingt es immer recht lasch, bzw. kann man zwar mit plektron auch recht sanft spielen, aber jedoch ohne nie richtig fetzig. naja, stimmt auch nicht so ganz, auch ohne kann man die saiten schnalzen lassen....

wie man sieht ist das alles nicht ganz so einfach.

dann ist es ja auch noch so, dass es bei plektren verschiedene formen, größen und härtegrade gibt. bis man hier mal das für sich passende gefunden hat vergehen mindestens wochen, wenn nicht monate oder jahre. natürlich wirkt sich die härte eines plektrons auch noch auf den klang und den persönlichen stil aus, damit es nicht ganz so einfach wird.

ich mochte einerseits die dreieckigen, weil mir dann das plektron ruhig mal zwischen den fingern verrutschen kann, andererseits waren mir die dann doch wieder zu groß. auf alle fälle musste mein plektron griffig sein, die glatten flutschten mir immer aus den fingern. ich habe nicht nur ein mal ein plektron wieder aus einer gitarre herausgeschüttelt. und beim härtegrad hielt ich es wie bei meinen zahnbürsten: nicht zu hart und nicht zu weich. wenn ich mich richtig erinnere hatte ich immer die mittelgrauen von dunlop.

dunlop? oder doch gibson? ich müsste mal in meiner geldtasche nachsehen, denn dort targe ich seit jahrzehnten immer eines herum. nichts ist doofer als gitarre spielen zu müssen/können/wollen und dann ohne plektron dazustehen. nachdem ich nciht mal mehr weiß von welchem hersteller meine plektren waren, kann man sich vorstellen wie oft ich mein plektron benötige. nerds tragen jahrelang sinnlos kondome in der brieftasche herum, ich mein plektron.

von sinnensche ausschweifung: das dumlop-gibson dilemma erinnert mich an meine militärzeit. die turnschuhe beim österreichischen militär werden nämlich (oder wurden zumindest damals als ich das vergnügen hatte) von semperit hergestellt, die ja eigentlich nur für ihre kfz-reifen bekannt sind. und da man auf österreichisch einen platten beim reifen einen "patschn" nennt, den selben begriff aber auch für schuhe verwendet (jedoch in der regel nur für hausschuhe), hatten wir alle beim militär semperit.patschn, was wir durchaus witzig fanden.

warum ich anfangs so auf der begriffserklärung herumgeritten bin, hat einen grund. obwohl ich gitarre spiel(t)e, hieß dieses ding immer nur "schlagblatt", oder im dialekt "schlogblattl". kein mensch nannte das plektron. erst durch stephen king und seinem roman "der talisman" (zusammen mit peter straub) lernte ich diesen begriff kennen - und das jahre nachdem ich gitarre gelernt hatte. tja und darum gehe ich einfach davon aus, dass nicht jeder mensch ad hoc weiß was ein plektron ist. ich war ja auch doof und wusste es nicht.

in meiner schatzkiste lungern also diese beiden abgebildeten plektren herum. woher ich sie habe und wie sie dort hineingeraten sind weiß ich nicht. aber nun sind sie schon mal dort, also können sie auch dort bleiben. und jetzt im blog.