Samstag, 14. März 2015

BRETTER, BRETTER, NICHTS ALS BRETTER - UND EIN BISSCHEN FARBE

dass ich in letzter zeit, oder genauer gesagt seit monaten, sehr viel weniger blogge als früher, dürfte vermutlich dem einen oder anderen aufgefallen sein. der grund ist ein ganz profaner: ich habe einfach keine zeit mehr dafür. einen job zu haben, der einen unter der woche tagsüber ziemlich auf trab hält ist nun mal blogtechnisch gesehen ein wenig kontraproduktiv. zudem kommt man auch noch kaum mehr dazu sich tiefgreifende gedanken über das universum und seine insassen zu machen, also wird fast nur mehr über den eigenen alltäglichen wahnsinn berichtet - oder die schatztruhe ausgegraben.

apropos themen und schatzkiste, mir ist ein neues fortsetzungsthema eingefallen. ich ging schon länger mit der idee schwanger all meine lesezeichen zu zeigen und ein bisschen was dazu zu erzählen, woher ich sie habe und warum und so weiter, doch vermutlich sind lesezeichen an sich für die welt nicht sonderlich spannend, also dachte ich mir, ich verbinde das thema ganz einfach mit dem jeweiligen buch, für welches das aktuelle lesezeichen gerade verwendet wurde. es wird dann also erst einmal eine buchvorstellung geben und dazu noch eine kleine geschichte zum lesezeichen. na? klingt das nicht spannend? ich finde die idee gut. sobald das nächste buch ausgelesen wurde gibt es den ersten lesezeichenbeitrag.kann aber noch ein weilchen dauern, da ich ja dazu neige mehrere bücher gleichzeitig zu lesen. also nicht simultan, sondern mal dieses, mal jenes und dann das dritte und am nächsten tag wieder zurück zum ersten, dazwischen noch die lektüre die auf der toilette herumliegt... somit dauert es natürlich länger bis eines mal fertig gelesen wird.

und apropos alltäglicher wahnsinn, da gibt es nämlich so einiges zu berichten. vielleicht erinnert man sich daran, dass letzten herbst meine großmutter durch einen unfall verstarb. wie so oft, liegt auch hier im unglück ein klein wenig glück, in diesem fall geht es um ein kleines finanzielles glück. nicht für mich, sondern für meine mutter, denn es gab ein kleines erbe. nun ist zwar nicht der plötzliche reichtum ausgebrochen, aber es reichte für ein paar kleinere anschaffungen des täglichen lebens, wie zum beispiel schuhe und kleidung, ein bisschen kulinarischen luxus, es reichte für sorgenfreies weihnachten und schlussendlich auch für ein neues bett samt neuem kleiderkasten. doch damit fing nun für mich der stress an.

frau mama bildete sich also ein neues bett ein, schön und gut, es sei ihr auch gegönnt, es ist ja nicht nur ihr geld, sondern auch ihr schlafkomfort um den es hier geht. doch dass sie sich auch noch einen neuen schrank einbildete, passte mir so ganz und gar nicht. nicht weil ich es ihr nicht gegönnt hätte, sondern weil ich wusste, dass es für mich in stress und ärger ausarten würde.

die sache ist nämlich jene: der schrank, der bei ihr im zimmer stand, war der allererste kleiderschrank, den meine exe und ich uns damals in der allerersten wohnung kauften. er war billig und schön und wir mochten ihn sehr, doch für uns beide wurde der dann doch zu klein, also gab es einen neuen großen schrank, als wir in eine neue wohnung zogen. in dieser neuen wohnung wurde der schrank dann im zukünftigen kinderzimmer wieder aufgebaut. dieses zimmer wurde zuerst mal eine kombination aus rumpelkammer, computerzimmer, büro und ausweichschlafzimmer für mich, später dann wurde tatsächlich ein kinderzimmer daraus, noch später, als exe und kind auszogen, wurde es das zimmer des wg-mitbewohners und mittlerweile ist immer noch das zimmer eines wg-mitbewohners, der nun mal ganz zufällig meine mutter ist. und die ganze zeit stand der schrank in diesem zimmer rum.

nun musste er jedoch raus. und dem schrank der in meinem zimmer, dem ehemaligen gemeinschaftlichen schlafzimmer herumstand, drohte ebenfalls das endgültige aus, denn dieser war schon länger marode, denn als es noch zu zeiten der exe einen schimmelbefall in unserer wohnung gab, waren auch die schrankrückseiten davon betroffen, weshalb sie kurzerhand von mir abmontiert wurden. der schrank blieb ansonsten jedoch stehen, nur die rückseiten fehlten weiterhin, denn irgendwie wurden diese nie von mir ersetzt. wozu auch, ging ja auch so.

ich zerlegte also erst den schrank in meinem zimmer und dann den anderen, welcher der ursprüngliche stein des anstoßes war, denn ich wusste, dass er ein paar cm zu groß war um ihn einfach von ein zimmer ins nächste zu schieben. doch was ich bereits zuvor geahnt hatte, und weshalb ich ursprünglich auch gegen mutters wunsch den schrank auszutauchen war, trat nun ein: der alte schrank hielt ein weiteres mal auseinander- und wieder zusammenbauen nicht aus, überall brachen dinge ab oder löcher aus, an einen neuerlichen zusammenbau war nach etlichen flüchen, schreien und kleinen verletzungen einfach nicht mehr zu denken. dies war nun also die letzte stunde meines geliebten alten kleiderschrankes. und auch jene meines ebenso geliebten anderen, etwas neueren, aber dennoch auch "alten" kleiderschrankes. schlussendich stand ich also mit einem haufen unbrauchbarer bretter und ohne kleiderschrank da. und geholfen hat frau mama auch so gut wie nichts, hie und da vielleicht ein brett hat sie gehalten, das wars dann auch schon. die arbeit blieb natürlich an mir hängen. naja.... gegen mütter kommt man eben nicht an.

unscharf und nur ein teil des elends
und wer nun denkt damit wäre die geschichte zu ende hat sich geschnitten, denn all der sperrmüll musste natürlich entsorgt werden. vielleicht nicht auf der stelle, aber eben doch in den nächsten tagen irgendwann mal. nun ist es jedoch so, dass in meiner gemeinde eine ganz besonders gut durchdachte sperrmüllregelung gilt: zunächst einmal gibt es schon seit jahren so etwas wie sperrmüll an die strasse stellen, der dann erst von aller welt durchwühlt und um alles brauchbare ausgedünnt und später dann von der gemeinde abgeholt wird nicht mehr. das finde ich nicht nur für all jene die sich gerne dinge vom sperrmüll holten schade, sondern es ist auch schade, dass man sein zeug nicht mehr einfach an die strasse stellen kann. aber in diesem fall wäre es auch relativ irrelevant gewesen, denn diese sammlungen finden, bzw. fanden ja nur ca. zwei mal im jahr statt, doch meine ehemaligen kästen mussten ja jetzt bald mal weg, nicht erst in den nächsten 6 monaten. es gibt jedoch auch keinen abholdienst, so wie in anderen gemeinden, man muss also selbst dafür sorgen seinen sperrmüll irgendwie zum bauhof zu bekommen.

nun ist es ja nicht so, dass jeder einen anhänger, minivan oder riesigen kombi zuhause stehen hat. in unserem fall half uns zum glück mein bruder aus, der praktischerweise über einen  minivan verfügt, wobei sogar bei diesem die heckklappe offen bleiben musste. ich frage mich wie das andere managen die ein kleineres oder gar kein auto haben. wie auch immer, wenn man also diese hürde gemeistert und irgendwie eine möglichkeit gefunden hat sein zeug zu transportieren, gibt es natürlich noch eine weitere hürde die auf einen wartet, nämlich das zeitmanagement. man kann logischerweise sein zeug nicht irgendwann zum bauhof zur sperrmüllentsorgung bringen, nein, das wäre ja viel zu einfach, sondern es gibt bestimmte tage und uhrzeiten, zu denen man dies tun kann. diese zeitfenster befinden sich logischerweise allesamt innerhalb meiner eigenen arbeitszeit. wie ich bereits anmerkte, diese regelungen sind total super durchdacht *augenroll*. ich müsste mir also entweder zum sperrmüll entsorgen frei nehmen (ja, ich bin begeistert!), oder auf eine andere lösung kommen, zudem haben ja die leute von denen man möglicherweise eine geeignete transportmöglichkeit ausleihen muss auch nicht immer unbegrenzt zeit.

irgendwann muss das der gemeinde aufgefallen sein, denn es gibt nun ein mal in der woche die möglichkeit den sperrmüll bis 18 uhr anzuliefern. dass das ein wenig stressig wird, wenn man um 17 uhr feierabend hat, kann man sich vorstellen. und genau so war es auch: stressig. wir kofferten also innerhalb einer halben stunde wie die blöden das bretterzeug ein stockwerk nach oben zum auto (nicht wundern, ich wohne nicht im keller, sondern am hang und der hauseingang ist "oben". ich habe sogar einen balkon, was immer für lustige irritierung bei den spärlich gesäten besuchern sorgt, da sie ja erst ein stockwert nach unten in meine wohnung gehen und dann bei mir - gedanklich auf kellerwohnung eingestellt - auf den balkon gehen können), bretterten dann (*g* tolles wortspiel) zum bauhof und entsorgten dort endlich den sperrmüll. wobei wir ehrlich gesagt nicht alles schafften. einerseits weil die zeit zu knapp war, andererseits auch weil uns einfach die puste ausging. aber immerhin, der größte teil ist geschafft. ein kkleines bisschen ist noch übrig. das amche ich entweder selbst und alleine nächste woche in ähnliches manier, oder ich warte auf den einen freitag im monat, an dem man auch nachmittags sperrmüllen darf, oder auf den einen samstag vormittag an dem das erlaubt ist. also, alleinerziehende mütter ohne auto mit 6-tage-woche die auch noch auswärts arbeiten, müssten eigentlich rein theoretisch im sperrmüll versinken, denn die haben wirklich absolut keine möglichkeit ihr zeug loszuwerden. ich prangere das an! echt jetzt!

nebenbei bemerkt handelte es sich nicht nur um zwei kleiderschränke, sondern zusätzlich auch noch um einen computerschreibtisch. der stand auch im selben zimmer und auch diesen wollte mutter aus dem zimmer raus haben. das war ganz besonders schade, denn der war wirklich noch gut, doch wohin damit? ich habe absolut keinen platz dafür. zudem musste auch dieser zerlegt werden um ihn aus dem zimmer rauszubekommen. da ihn keiner haben wollte, wanderte der eben auch auf den sperrmüll. schade drum. ich hasse es dinge die man eigentlich noch gut gebrauchen kann wegzuwerfen.

das ende vom lied, bzw. der möbel
ihr denkt nun ist diese geschichte endlich vorbei? ha! schon wieder geschnitten! nun sind zwar kästen und schreibtisch entsorgt (wenn auch noch nicht ganz), doch was fehlt jetzt noch? hm? HMMMM???? na die neuen möbel natürlich! aber der zusammenbau derselben bleibt mir zum glück erspart, denn frau mama war so klug transport und aufbau zu organisieren, bzw. zu bezahlen. immerhin, denn bisher hatte sie ja noch nicht viel getan, außer ein paar bretter zu halten und ihr eigenes zeug aus dem alten schrank auszuräumen, bzw. mir anweisungen zu geben wie sie was haben will und wann.

ok, neue möbel sind sozusagen abgehakt, was könnte denn jetzt noch kommen? na, neue farbe natürlich! das zimmer wurde damals, als der nachwuchs einzog, von mir in hellblau und rosa gestrichen und so blieb es auch bis heute. doch frau mama ist damit natürlich nicht zufrieden, sie will weiße wände. ok, eine wand vielleicht noch in einer anderen farbe, damit es nicht ganz so fade ist, aber garantiert nicht in hellblau, oder rosa, das wäre dann ja wieder zu einfach. zum glück haben wir noch einen kübel weißer farbe herumstehen, ebenso einen klecks roter wandfarbe, der eigentlich locker reichen müsste. doch ich muss gestehen, dass ich mir wirklich zeit gelassen hatte um mit den malerarbeiten anzufangen, ich war ja eigentlich sos chon zeimlich beschäftigt damit möbel aueinanderzubauen, zu versuchen sie wieder zusammenzubauen und sie zu entsorgen. zudem besorgte ich mir in diesen tagen auch noch ein neues auto, was zu weiteren troubles führte, doch dazu später. der punkt ist, dass ich ständig beschäftigt war und irgendwann auch ziemlich fix und kaputt, darum hatte ich es mit dem wände streichen einfach nicht ganz so eilig. außerdem erwartete ich mir von frau mama, dass sie ein mindestmaß an vorbereitung erledigte, sprich, die plane am boden ausbreitete, alles schön abklebte und zumindest die ecken ausmalte. bis zum abend bevor der schrank gelieferte war jedoch nichts davon erledigt (das bett kommt übrigens erst noch, aber wie gesagt, zum glück baut das jemand anderer auf), also gab es erst recht wieder stress. zudem hatte sich die alte farbe inzwischen geklärt, soll heissen, die farbpigmente hatten sich am boden abgesetzt und lösungs- bzw. bindemittel schwamm als hellbraune flüssigkeit obenauf. es musste also erst mal umgerührt werden, und wie! maschine war nämlich keine vorhanden, also rührten wir uns fast zu tode bis die farbe wieder brauchbar war. das vorläufige ende vom lied ist, dass im prinzip nur die ecke von mir gestrichen wurde, in die der schrank dann gestellt wurde. aber das gleich drei mal, denn die farbe ist nicht gerade sehr deckfreudig. die ecken überließ ich imemr noch frau mama, die es dann doch vorzug wieder mal nichts zu tun. nun hat sie also zwei halb gestrichene wände ohne gestrichene ecken vor denen der schrank rumsteht. naja... bleibt sicher auch wieder an mir hängen. ich habe heute mal vorsichtshalber einen kübel neuer weißer wandfarbe gekauft, die angeblich sehr gut decken soll. wir werden sehen.

der schrank steht schon mal, nur mit der farbe haperts noch ein bisschen...
ach, um frau mama nicht unrecht zu tun möchte ich anmerken, dass die ecken zumindest halbwegs gestrichen wurden und dass von ihr auch abgeklebt worden war.

jetzt aber zu meinem auto.... oder nein, das erzähle ich beim nächsten mal. für heute war das nun wirklich genug.