Freitag, 8. November 2013

SYNTAX TERROR

ein tag vor einem feiertag
16:00 uhr:
sohnemann ruft an und verkündet seine glorreiche idee, er wolle nicht nur einen tag bei mir verbringen, sondern auch noch zusätzlich den feiertag. panik bricht bei mir aus, ich bin nicht darauf vorbereitet und hatte mich ehrlich gesagt auch darauf gefreut am feiertag ausschlafen zu können. ich kann seinen liebevollen überfall gerade noch abwehren, indem ich ihm verspreche er dürfe am feiertag dafür schon ab mittag bei mir sein.

16:30 uhr:
sohnemann ruft ein weiteres mal an und verkündet, dass ja an diesem feiertag sowieso früh morgens die musikkapelle durchs dorf marschiert und ich deshalb spätestens um 09:00 uhr wach sein werde. er lacht schadenfroh und fragt ob ich ihn denn nicht dann gleich nach dem aufwachen abholen könne. ich verspreche ihm, dass ich ihn nach dem aufstehen abholen werde, da ich weiss, dass ich trotz marschierender kapellen mindestens bis mittag schlafen werde. er fragt nochmal nach: "also um 10:00 uhr holst du mich?"
ich: "gleich nachdem ich munter bin und kaffe intus habe, aber spätestens gegen mittag."
er: "aber wenn dich die musik weckt bist du doch schon munter!"
ich: "ich wache vielleicht kurz auf, drehe mich um, und schlafe dann weiter. munter ist was anderes."
er: "ok..."




feiertag
06:50 uhr:
mein wecker klingelt weil ich vergessen hatte ihn für den feiertag abzustellen.

08:17 uhr:
das telefon klingelt. sohnemannist dran: "war die musik schon da?"
ich: "nein, aber ich habe mir den wecker gestellt, keine panik."
er: "ok..."
ich grunze ein paar mal, drehe mich um und versuche wieder einzuschlafen.

09:00 uhr:
das telefon klingelt. sohnemann ist dran (wer sonst?): "die musik war gerade bei uns, jetzt kommt sie bald zu dir (lacht hähmisch). wann kommst du? um 10?"
ich grunze, sage dass ich mir den wecker gestellt habe und die musik eben noch nicht da war. ich versuche wieder einzuschlafen.

09:22 uhr:
das telefon klingelt. ich kann mich gerade noch beherrschen und werfe es nicht gegen die wand. wieder mal ist sohnemann dran: "wann kommst du denn endlich?"
ich resigniere, sage dass ich um 10:00, spätestens viertel nach bei ihm bin, stehe auf, hole mir leise fluchend kaffee.

10:16 uhr:
auf dem weg zum drei mal verfluchten sohnemannn kommt mir die musikkapelle entgegen. ich gebe vollgas und rausche mitten hinein. eine spur der verwüstung hinter mich lassend fahre ich viel zu schnell und wie ein irrer lachend durchs dorf davon.

10:17 uhr:
 noch während die kapelle an mir vorbeimarschiert erwache ich wieder aus diesem tagtraum und überlege mir ob ich nicht stattdessen meinen sohnemann gegen die wand klatschen sollte.

10:20 uhr:
sohnemann läuft mir lachend durchs stiegenhaus entgegen und hüpft mir in die arme. ich lache mit ihm. alles ist vergessen und wunderbar.