Sonntag, 17. August 2014

BURGBLOGGERBEWERBUNG

Heute bediene ich mich in meinem Blog einmal entgegen meiner sonstigen Gepflogenheit ausnahmsweise der Groß/Kleinschreibung, denn dies ist nicht einfach nur ein weiterer Blogeintrag, nein, heute wird wird es ernst, heute schreibe ich eine Bewerbung und man soll ja nicht den Eindruck erhalten ich wäre der deutschen Rechtschreibung nicht mächtig. Das wäre bei einer Bewerbung in der es um eine schreibende Tätigkeit geht nicht unbedingt vorteilhaft, nicht wahr?

Worum geht es?

die Rhein-Zeitung sucht einen sogenannten Burgblogger, also jemanden, der sich der Aufgabe stellt ein halbes Jahr auf der Burg Sooneck zu leben und im Zuge dessen täglich zu bloggen. Selbstverständlich erwartet man sich nicht einfach nur irgendwelches Geschwurbel, sondern logischerweise Dinge die mit dem Leben auf der Burg, der Burg selbst und vermutlich auch mit der Umgebung, mit dem Land und  mit den darin lebenden Leuten zu tun haben.

So weit, so gut.

(Um etwaigen Urheberrechtsverletzungen vorzubeugen zeige ich hier kein Bild der Burg Sooneck, sondern eine von mir aus einem Bastelbogen selbst gebastelte Burg)

Warum fühle ausgerechnet ich mich zu dieser Aufgabe berufen?

Fangen wir bei meiner persönlichen Geschichte an: Meine Mutter stammt aus der Rheinland-Pfalz, ich habe also einige Verwandte in der Gegend verstreut und durch etliche Besuche derselben sind mir Sprache (ich meine den Dialekt), Essen, Gepflogenheiten und Landschaft nicht unbekannt. Nun, das liest sich jetzt nicht sehr sensationell, doch wenn man bedenkt, dass ich in Bayern geboren, dort und in Tirol aufgewachsen bin und den größten Teil meines Lebens in Tirol verbrachte, dann wird diese Konstellation doch ein wenig relevanter. Jemand der sich alles und jeden mit "fremden Augen" ansieht, dem es jedoch nicht vollkommen fremd ist, dürfte, so denke ich, eine Bereicherung für das Projekt "Burgblog" sein.

Ich habe zwar absolut keine Ahnung ob man auf dieser Burg eher wie ein Einsiedler lebt, oder ob man täglich von Touristen überrannt wird, doch beides fände ich sehr interessant. Ich habe überhaupt kein Problem damit wie ein Einsiedler zu leben, ja ich empfände vermutlich sogar die im Strafvollzug als Strafverschärfung gedachte Einzelhaft als willkommene Strafmilderung. Andererseits würde es mich auch nicht stören ständig vorgeführt zu werden, solange ich nur ausschlafen kann und einfach mal "nein, jetzt nicht" sagen darf. Als Künstler (ja, auch Burgblogger gehören der schreibenden Zunft an) darf man ein wenig verschroben sein. Vielleicht bringt das sogar noch ein Quentchen mehr Charme in das Ausflugserlebnis diverser Burgbesucher.

Wie stelle ich mir meine Aufgabe vor?

Hierzu gibt es ja bereits einige Vorgaben. Man soll sich ein mal täglich melden, sprich bloggen, mindestens ein mal die Woche in langer Form. Man sollte nicht nur Worte, sondern auch Bilder finden UND das ganze, wenn möglich, auch noch ins Englische übersetzen.

Arbeiten wir diese Vorgaben mal der Reihe nach ab:

Täglich zu bloggen ist für mich nichts Neues, habe ich dies doch bereits über Monate hinweg freiwillig in meinem eigenen Blog so gehalten. Leider änderte sich das kürzlich durch Änderungen in meinem persönlichen zeitlichen Umfeld. Also nicht weil ich nicht mehr wollte, sondern weil es einfach nicht mehr möglich war.

Dass ich durchaus fähig bin auch längere Blogbeiträge zu verfassen lässt sich ganz leicht feststellen in dem man sich meinen Blog ansieht. Ich verweise hier absichtlich nicht auf entsprechende Beiträge, wer es lesender weise und interessehalber bis hierher geschafft hat, der begibt sich auch weiter gerne auf Entdeckungsreise durch meinen Blog und ich möchte hier nicht manipulierend eingreifen.

Bilder zu finden ist ebenfalls keine große Aufgabe für mich. Ich fotografiere gerne (wenn auch viel zu selten) und denke auch hierfür Talent zu besitzen. Ich verfüge sogar über eine annehmbare Kamera die anständige Bildqualität liefert, schaffe es jedoch auch mit einem veralteten Smartphone sehenswerte und vor allem herzeigbare Bilder zu produzieren. Dies ist vor allem deshalb nicht unbedeutend, da man ja nicht zu jeder Gelegenheit die "gute" Kamera mit sich herumschleppt.

Wenn nötig könnte ich sogar meine Beiträge selbst ins Englische übersetzen, würde mich aber dennoch über Unterstützung hierbei freuen. Nicht weil ich es mir nicht zutraue, sondern weil hier vier Augen und zwei Gehirne einfach bessere Arbeit leisten.

Meine persönliche Herangehensweise?

Ich möchte keinesfalls einen öden Tagebuchblog abliefern, in dem 5 mal die Woche "lange geschlafen, tolles Frühstück, leider Regenwetter" steht, sondern ich möchte Menschen und ihre Verhaltensweisen beobachten, so wie ich es auch teilweise auch hier in diesem Blog bereits getan habe. Ich möchte Volksfeste sehen und Underground-Veranstaltungen, Touristenattraktuionen und Lost Places, McDonalds und das verschwiegene lokal im Hinterhof das als Geheimtipp gilt. Und mal ganz ehrlich, wenn ich mich schon in der Gegend aufhalte, dann werde ich natürlich auch hin und wieder Verwandte und Bekannte aufsuchen die im Umfeld von ca. einer Autostunde zu finden sind, denn auch hier werden sich schöne Themen zu Blogeinträgen die zum Burgblog passen finden lassen.

Kurz gesagt, ich möchte versuchen den Blick zu erweitern, auf Dinge die nicht so offensichtlich sind, auch wenn sie sich direkt vor der eigenen Nase befinden.

Warum bewerbe ich mich überhaupt hierfür?

Das ist einfach zu beantworten: Des öfteren las ich über sogenannte Stadtschreiber, in meiner Nachbarstadt Schwaz gab es immer wieder einen, und der von mir sehr geschätzte Wiglaf Droste war selbst Stadtschreiber der Stadt Rheinsberg.

Obwohl es hier um nicht um eine Stadt, sondern um eine Burg geht, und man nicht von einer Art Stadtschreiber ausgehen kann, sehe ich durchaus Ähnlichkeiten. Tja, ich möchte das nun mal einfach machen. Ich sehe es als Abenteuer, und Abenteuer gab es noch viel zu wenige in meinem Leben.

Zu meiner eigenen Person:

Ja, das ist eigentlich gar nicht so unwichtig, nicht wahr? 

Vieles habe ich ja bereits erwähnt oder angedeutet. Ich wurde in Bayern geboren, bin dort ca. die ersten 10 Jahre meines Lebens aufgewachsen, es gab ein kleines Intermezzo in Stuttgart, und schlussendlich landete ich zu Beginn meiner Pubertät in Tirol. Seitdem wohne und lebe ich hier.

Ich zähle zum heutigen Tag 44 Jahre, was sich aber in wenigen Wochen ändern wird. ich bin ungebunden, wiewohl es nachwuchs gibt, doch dieser ist bereits alt genug um mal ein halbes Jahr auf mich verzichten zu können. Vielleicht wäre er sogar recht froh darum mal ein Weilchen Ruhe vor mir zu haben.

Ich habe - und das schreibe ich hier an dieser Stelle nur widerwillig, aber wir wollen ja bei der Wahrheit bleiben - außer mit diesem und anderen Blogs kaum Schreiberfahrung, bin jedoch so arrogant anzunehmen genügend Talent zu besitzen den Anforderungen mehr als nur gerecht zu werden. Dennoch wird man mit mir, bzw. mit meinem Namen nicht zusätzlich werben können. Zumindest noch nicht. Wer weiß, vielleicht ist dies der Start einer veritablen Schriftstellerkarriere, dann können sich die Rhein-Zeitung und Burg Sooneck zukünftig mit mir rühmen.

Ich übe zwar derzeit einen Beruf aus, den ich sogar gerne mache, jedoch hänge ich nicht so sehr an ihm, dass ich ihn nicht für die Chance Burgbogger zu werden an den Nagel hängen, oder einfach mal für ein halbes Jahr unterbrechen würde.



nun denn... ich erwarte Ihren Anruf - und meine Leser dürfen sich erwarten hierüber auf dem laufenden gehalten zu werden ;-)