Freitag, 18. April 2014

AUSGEKUSCHELT

zu den freuden des vaterseins gehört unter anderem auch zu beobachten wie der nachwuchs größer, selbständiger und erwachsener wird. obwohl es ja immer heißt, dass männer nie erwachsen werden, können wir erst mit zunehmendem alter der kinder etwas mit ihnen anfangen. das heißt nun nicht, dass man als mann mit kleinen kindern nichts anfangen kann, natürlich können wir das, aber so richtig spaß macht es erst wenn man zusammen mit feuer hantieren darf, gemeinsam filme ansehen kann in denen blut spritzt oder mal einen ganzen tag mit computerspielen vertrödelt. die sendung mit der maus und löwenzahn sind ja wirklich total super, ich sehe mir diese sendungen auch wirklich immer noch sehr gerne an, aber irgendwann ists auch mal wieder gut und man will - metaphorisch gesprochen - walking dead und game of thrones sehen. oder zumindest die mythbusters. und das nicht nur alleine.

man beachte bitte, dass ich aus der männlichen perspektive spreche. wie das mit frauen ist weiß ich nicht, ich bin ja keine frau und ich habe auch keine tochter.

man sieht also wie das kind heranwächst, wie sich aussehen, verhalten und interessen ändern, dass sohnemanns beine nun plötzlich schon ziemlich behaart sind, dass er auf einmal keine zeichentrickfilme mehr sehen möchte, auch wenn sie noch so erwachsen sind, und wie er anfängt sich für das andere geschlecht zu interessieren. man sieht aber auch wie er das kindliche verliert, wie das gesicht kantiger wird, wie an und für sich auch für mich nette ausflüge nun auf einmal als öööööödeeeeee bezeichnet werden und dass kuscheln nun nicht mehr so gefragt ist.

ja das kuscheln..... ich habe es immer genossen, wenn sohnemann bei mir schlief und wir gemeinsam zu bett gingen, dann kuschelte er sich nämlich meistens an mich heran und schlief dann so ein, während wir ein hörbuch hörten. dann musste ich zusehen wie ich mich aus dieser umklammerung befreien konnte ohne ihn zu wecken, um das hörbuch abzustellen. wenn wir mal nicht gemeinsam schlafen gingen rutschte er fast immer im schlaf an mich heran wenn ich dann später dazu kam. morgens lag ich dann auf der aussenkante des bettes kurz vorm herausfallen und er hatte ca. 90% des bettes für sich alleine, die er aber nicht brauchte, da er ja sowieso an mir drauf klebte.

inzwischen ist das nicht mehr so. zum einschlafen gibt es zwar immer noch ein hörbuch, aber jetzt dreht er sich weg und schläft quasi ohne mich ein. nur manchmal merke ich dann in der nacht, wie er mit dem rücken an mich heranrutscht oder einen arm oder ein bein rüberstreckt. und ganz selten wache ich dann doch noch so wie früher an der bettaussenkante auf weil er an mir dran klebt.

tja, die kuschelzeiten sind nun bald endgültig vorüber. wenn wenigstens der geistesgestörte kater kuschelig wäre, aber nein, da ist mein kater so gar nicht katzenmäßig.

mist.