Montag, 21. Juli 2014

MEINE KURZE SPORTGESCHICHTE

obwohl ich in jungen jahren viel sport betrieb war ich nie sehr sportbegeistert. ich war in einem freizeitsportverein, machte ein paar wettkämpfe mit und das wars dann schon. meistens wurde ich zweiter, ich war also nicht mal so schlecht und ich fand es auch durchaus ok wenn ich nicht bester war. es gab halt immer jemanden der noch besser war, na und? das war für mich nie ansporn noch besser werden zu wollen.

ich mochte auch den zwang nicht zu einem bestimmten zeitpunkt leistung erbringen zu müssen nicht. jetzt im nachhinein kann ich das nun so sagen, doch damals war es mir nicht klar. ich wusste nur, dass ich zwar gerne sportelte, ich es aber nicht gerne im verein tat, nicht gerne im wettkampf und schon gar nicht gerne zusammen mit anderen.

wenn wir kinder fußball spielten landete ich immer im tor, denn draussen auf dem spielfeld war ich einfach nicht gut. im tor eigentlich auch nicht, aber bevor sich jemand anderer freiwillig ins tor stellte schob man mich hinein. ich fand das zwar sehr langweilig, aber was macht man nicht alles um dazuzugehören.


ein wendepunkt war jener, als ich einen langen lauf durch einen wald absolvierte. ich war zusammen mit einem anderen an der spitze, wir kämpften also um den ersten platz, obwohl wir, so schien es mir, eigentlich recht entspannt vor uns hin joggten, da wir beide wussten, dass wir erst im endspurt voll aufdrehen würden. und dann kam die letzte kurve vor dem ziel, noch konnte uns niemand sehen, wir begannen langsam gas zu geben - und da drängte mich mein konkurrent in den graben neben dem waldweg. natürlich stolperte ich, musste mich erst wieder hochrappeln und wurde somit zweiter. wenn DAS sport war, dann wollte ich nichts damit zu tun haben.


eine andere geschichte die mir den sport verleidete geschah während der skischulwoche. im laufe dieser woche gab es ein skirennen, genauer gesagt einen slalomlauf. in deutschland war ich bei skiwettkämpfen meistens (wie immer) zweiter, doch in tirol rechnete ich nicht damit so weit vorne zu liegen, obwohl ich mich durchaus mit meinem mitschülern messen konnte. mit dem vorderen mittelfeld wäre ich eigentlich ganz zufrieden gewesen. doch leider fädelte ich bei einer stange ein und ich stürzte. auch hier rappelte ich mich wieder hoch, krabbelte zurück zur verfehlten stange und fuhr weiter. nun ja, es war nun eben passiert und ich machte mir nicht viel daraus, zudem wusste ich ja, dass bereits vor mir einige gestürzt waren und nach mir sicher auch noch einige stürzen würden. ausßerdem gab es 2-3 mitschüler die überhaupt nicht skifahren konnten und so langsam die strecke hinunter krochen, dass sie vermutlich sogar ohne sturz länger brauchen würden als ich, trotz meines Fauxpas.

als dann endlich alle den berg hinunter gerutscht waren fragte ich den zuständigen lehrer an welche zeit ich denn nun gefahren hatte und an welcher stelle ich ungefähr wäre. daraufhin meinte dieser "bestzeit!". ich stutzte, denn ich wusste ja, dass das nicht sein konnte. er grinste mich an ergänzte "bis zum 5. tor!" woraufhin alle um uns herum in schallendes gelächter ausbrachen. das mag im grunde keine große geschichte gewesen sein, doch ich fühlte mich in diesem moment verarscht, gedemütigt und verletzt und schlich mich davon.

mein interesse an sportlichen aktivitäten ging in der folge gegen null. ich möchte mein desinteresse dennoch nicht anderen in die schuhe schieben, vielleicht hatte ich auch einfach nie "meinen" sport gefunden.