Freitag, 28. Februar 2014

VON SINNENS PHANTASTEREIEN: ZEITREISE - UND WAS DANN?

vor einiger zeit fantasierte ich in meinem alten blog über zeitreisen. was wäre denn, wenn man tatsächlich in die vergangenheit reisen könnte - oder, noch schlimmer, einfach dorthin versetzt werden würde, ohne aussicht auf rückkehr, vielleicht von einem weinenden engel der serie doctor who, oder ähnliches.

ein paar jahre wären ja kein problem, man könnte dies möglicherweise zu seinem vorteil nutzen, vielleicht durch aktienspekulation, sportwetten oder dem wissen über lottozahlen. doch angenommen man hätte nicht genug kapital damit sich aktien rentieren würden, kein sportwissen - ich selbst wüsste zum beispiel so gut wie keine ergebnisse irgendwelcher sportereignisse, zumindest nicht 100%ig - und könne sich an keine lottozaheln erinnern, was dann? nun, wie gesagt, ein paar jahre wären ja kein problem, da kommt man schon zurecht, denn das leben ist ja nicht viel anders als es derzeit ist.

schon bei einigen jahrzehnten wird es schwierig, denn man würde definitiv auffallen. man spricht anders, verhält sich anders und sieht zumindest anfangs anders aus, als es zu jener zeit üblich war. man stelle sich vor, man würde mit heutzutage üblichen piercings, tattoos, einem heute modernen haarschnitt, mit heute üblicher freizeitkleidung und mit unserer art der sprache mitte der 50er jahre auftauchen. man wäre extrem auffällig. gut, kleidung und haarschnitt lassen sich schnell korrigieren, tattoos, sofern sie nicht offen sichtbar sind, lassen sich verbergen, aber an der sprache würde es eine zeitlang hapern.

könnte man hier irgendein wissen von heute zu seinem vorteil nutzen? vielleicht, vielleicht aber auch nicht. ich schätze mal, eher nicht. ich köntne drauf wetten, dass im sommer 1969 der erste mensch auf dem mond spazieren gehen wird, aber um diese wette einzulösen, müsste ich ca. 15 jahre warten. und ich wüsste nicht mal das genaue datum. wüsste es denn der leser auswendig? hm? und das alles ohne handy und internet!

je weiter wir zurückgehen, desto schwieriger wird es, denn um so dünkler werden die zeiten und gepflogenheiten. stürzen wir uns mal spaßeshalber ins mittelalter:

sagen wir, man würde irgendwann zwischen 1200 und 1500 landen. haare und piercings wären ja ein problem, das ist schnell beseitigt, bzw. geändert. kleidung? mit glück köntne man behaupten aus weit entfernten fremden landen zu kommen, doch über kurz oder lang müsste mans ich nach unauffälligerem umsehen. doch woher bekommen? mal schnell in den nächsten laden gehen und was besorgen geht schlecht, mal davon abgesehen, dass man ja auch kein zahlungsmittel zur verfügung hätte. wäscheleinen plündern würde auch nicht funktionieren, denn in der regel hatten die leute damals ja selbst kaum etwas. aber sagen wir mal, auch dieses problem wäre gelöst, dann bliebe noch das problem der sprache. auch hier könnte man behaupoten, man wäre einfach "fremd". doch "fremd" hieß damals auch immer "bedrohung", das ist also nicht unbedingt ideal. aber machen wir es uns in diesem gedankenexperiment mal leicht, und gehen davon aus, dass die erklärung man sei einfach fremd genügt und man deswegen auch nicht gleich umgebracht oder leibeigenschaft oder sklaverei verkauft wird. man bleibt also halbwegs unbehelligt, wenn auch nicht sonderlich unauffällig.

allerdings müsste man sich von modeschmuck, brille, hörgerät und armbanduhr trennen. blöd, wenn mand ann nichts mehr sieht, aber wie will man denn sonst eine brille erklären? auch wieder mit fremder kultur? naja, vielleicht...

was dann? wie überlebt man? einen job annehmen kann man ja auch schlecht, ausser man hat etwas gelernt, das man in dieser zeit auch nutzen kann. ich selbst habe keine ahnung von tischlern, mauern, landwirtschaft und so weiter, ich bin ein büromensch. ich köntne mir also nicht mein brot mit einem handwerk verdienen, davon abgesehen würde ich es auch körperlich nicht schaffen. dass ich lesen und schreiben kann nützt mir auch nicht viel, auch wenn dies eine seltene fähigkeit in deisen zeiten sein mag, denn damalige schrift und sprache ist mir nicht sonderlich geläufig. lesen könnte ich es vermutlich, aber garantiert nicht schreiben, geschweige denn so sprechen, bzw. schreiben, wie es damals üblich war.

mein wissen über physik und chemie würde mir auch nicht sonderlich weiterhelfen, ausser vielleicht auf den scheiterhaufen. im verbund mit meiner völlig abwesenden religiosität, könnte sich dies tatsächlich eher als fatal, denn von vorteil erweisen. ich würde vermutlich eher als hexer angeklagt und verbrannt werden, denn als alchimist oder ähnliches durchgehen.

wie ich bereits erwähnte, habe ich auch keine ahnung von ackerbau und viehzucht, ich könnte mich also nicht selbst versorgen, vorausgesetzt ich hätte überhaupt die möglichkeit mir eigenen grund und boden zu verdienen. damals hatte ja niemand eigenes land, das gehörte ja den lehnsherren. und jagd war erstens verboten, denn der wald und alles darin gehjörte auch irgendeinem grimmigen großkotz, zweitens habe ich auch davon keine ahnung.

ich hätte auch keine große lust mein leben als söldner zu verdingen. ich habe keine ahnung vom kämpfen und bin noch dazu auch nicht sehr begeistert von der idee mein leben zu riskieren.

vermutlich bliebe mir nichts anderes übrig, als mich als räuber oder wegelagerer durchzuschlagen. oder als dieb. oder vielleicht betrüger. vorausgesetzt ich würde nicht selbst soclhen gestalten zum opfer fallen.

also fazit: würde es mich sehr weit in die verganenheit verschlagen, würde ich entweder schnell relativ reich werden und gut vor mich hin leben, doch dazu würde es sehr viel glück benötigen, oder ich würde ziemlich schnell tot sein. ich vermute mal letzteres.

ich bleibe wohl besser mal einfach hier.