Freitag, 23. Mai 2014

SPLEEN

Ein Spleen bezeichnet umgangssprachlich meist abwertend eine leichte Verrücktheit oder fixe Idee. Der Begriff wird oft im Zusammenhang mit Exzentrikern verwendet.
Der Ausdruck selbst stammt aus dem Englischen für das Organ Milz (englisch spleengriechisch σπλήνsplēn) sowie übertragen für „schlechte Laune, Ärger, Verdruss“. Die Milz galt als Sitz bestimmter Gemütskräfte und bei Erkrankung als Ursache für Hypochondrie („Milzsucht“).
Bereits Galen (2. Jahrhundert n. Chr.) sah den Ursprung der Melancholie in einem Überschuss an schwarzer Galle, einem der vier Körpersäfte, die unter anderem in der Milz produziert werde. In der französischen Sprache wurde der Begriff splénétique als Synonym zu Weltschmerz und Melancholie durch Charles Baudelaire (1821–1867) popularisiert und in seinen Werken wie Les Fleurs du Mal thematisiert. Heute bedeutet „einen Spleen zu haben“ in der Umgangssprache eine kleine Verrücktheit, Schrulle, sonderbare Idee oder Marotte zu haben.
(Wikipedia)


gestern las ich in einem anderen blog über dieses thema, über die marotten der verfasserin, ihrer bekannten und verwandten und darüber, dass es sogar eine webseite gibt, auf der man seinen spleen bekanntgeben kann. nicht nur das, man kann einer marotte, die dort bereits aufgezählt wurde auch noch quasi ein "like" geben, wenn man ihr selbst nachhängt.

ich mag spleenige leute, solange ihre schrullen nicht zum wahn werden und nur mehr anstrengend sind. hart an der grenze dazu war  mein ex schwiegervater. mit dem konnte man sich nichts im fernsehen ansehen, denn entweder wiederholte, bzw. kommentierte er andauernd das soeben gesehene ("hast du das gesehen?" - "nein schau, was der gerade gemacht hat" gefolgt von einer nacherzählung des gerade vor 5 sekunden gesehenen seinerseits) oder ihm fiel eine geschichte dazu ein, die er ohne rücksicht auf verluste anfing zu erzählen. mein sohnemann hat dies leider irgendwie geerbt, der erzählt mir auch immer alles mögliche während wir uns eigentlich was ansehen wollen - und ich bekomme dadurch wieder mal nur die hälfte mit. der muss das von der seite aus mitbekommen haben, in MEINER familie gibts sowas nicht!

natürlich bin ich selbst auch nicht frei von spleenigem verhalten, ich bin mir sicher bereits über das eine oder andere geschrieben zu haben. ich esse zum beispiel von broten immer erst die rinde aussenrum weg, jedoch nicht ganz, so dass der nächste bissen völlig rindenfrei bleibt. ich mag beides, ich mag die brotrinde und ich mag das innere, aber ich mags nicht gerne gemischt. oder zum beispiel burger vom mäcki, diese esse ich gerne etappenweise, das heißt, ich zerlege sie indem ich den oberen teil abnehme, den burger dann wie ein belegtes brot esse und dann den oberen teil separat vertilge. am allerliebsten mache ich das mit dem fishmac, bzw. "filet-o-fish" wie er jetzt heißt, denn das burgerweißbrot zusammen mit der remoulade schmeckt einfach genial. außerdem ist so das fisch-zu-brot-verhältnis viel besser. wenn es kartoffeln und sauce gibt, dann MUSS ich sie einfach mit der gabel zermatschen und mit der sauce verrühren. mit reis und sauce pansche ich auch gerne herum.

ich esse keinen fisch, weil ich würgen muss sobald ich eine gräte auch nur ansatzweise spüre. da kann der fisch ansonsten noch so deliziös sein, wenn ich eine gräte erwische ist mir das ganze essen verdorben. fischstäbchen, dosenfisch und so zeugs geht dann aber wieder, da gibts ja auch keine gräten. ähnlich geht es mir mit weintrauben. ich mag weintrauben sehr gerne, ich hasse es jedoch auf weintraubenkerne zu beissen. auch hier muss ich würgen und habe dann absolut keine lust mehr auf die dinger. ich traue mich nicht einmal mehr kernlose weintrauben zu kaufen, weil ich doch immer wieder mal angeblich kernlose weintrauben erwische die alles andere als kernlos sind. ich kann die dann nicht mehr essen und muss sie wegschmeißen. schade drum. witzigerweise hatte ich früher mal das selbe problem mit wassermelonen, doch inzwischen habe ich eine technik entwickelt mit der ich problemlos jeden verirrten kern noch vor dem drauf rumkauen und/oder - gott bewahre - schlucken herausfiltere und ausspucken kann. mit weintrauben funktioniert das jedoch leider nicht.

weiters räume ich dinge immer so ein, dass das älteste zuoberst liegt, ähnlich wie im kühlschrank, wenn man das joghurt das bald abläuft nach vorne stellt. wenn frisch gewaschene wäsche in den schrank kommt, dann hebe ich den stapel shirts oder pullover der bereits drinnen liegt hoch und lege die frischen darunter, so dass ich eben immer das alte von oben nehmen kann. das selbe gilt für teller, wenn ich sie aus der maschine raus- und in den schrank einräume, hebe ich die teller die bereits drinnen stehen hoch und stelle den neuen stapel darunter. wenn es irgendwie ginge würde ich das auch am liebsten mit tassen und gläsern machen, so dass die neuen nach hinten gestellt werden, aber das ist mir dann doch zu viel aufwand.

ich liebe es auf der toilette zu lesen, dafür höre ich zum einschlafen ein hörbuch. und in der regel habe ich durchschnittlich 3 bücher gleichzeitig in arbeit. eins auf der toilette und zwei andere neben dem bett. manchmal mag ich nämlich nicht immer das selbe lesen.

ich mag noch so erwachsen sein, bei spinnen werde ich panisch und muss sie töten. rauswerfen alleine genügt nicht, denn die könnte ja wiederkommen. nur weberknechte machen mir nichts aus, weil ich weiß, dass das keine richtigen spinnen sind. dafür habe ich absolut keine panik bei wespen, bienen, hornissen oder hummeln und wurde auch seit jahrzehnten von keiner mehr gestochen.

wenn ich mit dem auto länger unterwegs bin muss ich immer was zu trinken und zusätzlich auch kaffee dabei haben. wenn ich sehr früh unterwegs bin, dann brauche ich auf alle fälle kaffee im auto, auch wenn ich nur 10 minuten fahre. ich habe auch immer traubenzucker oder sonstige lutschbonbons, bzw. was zum lutschen oder kauen, das man auch mal ein paar wochen dort liegen lassen kann im wagen liegen.

ich hasse hausschuhe und bin daheim lieber in socken oder barfuß unterwegs. ich hasse auch flipflops und sandalen, badeschlappen erst recht. dann bin ich doch lieber brafuß wenn die situation passt, oder ich habe turnschuhe an, bzw. sneakers, chucks oder wie auch immer man solche schuhe nennen mag. wir nannten sie früher tennisschuhe wenn sie weiß waren, basketballschuhe wenn sie einen hohen schaft hatten, oder schlicht und einfach stoffturnpatschen. sie müssen nicht mal aus leinen sein, die form muss passen.

wobei, so richtig spleenig ist das jetzt nicht, oder? auch nicht mein hang zu hüten (vor allem strohhüte), obwohl ich dann doch nur selten einen aufsetze?

hm....

vielleicht bin ich doch ganz normal.....