Mittwoch, 18. Juni 2014

CASEY KASEM

dieser tage stolperte ich im internet immer wieder über eine zeichnung mit einem traurigen hund, der manchmal nach scooby-doo aussah, manchmal wieder nicht, manchmal lag er vor einem grabstein, manchmal vor etwas das wie ein altes radiogerät aussah. sowohl auf dem grabstein, als auch auf dem radio stand der name "casey kasem". diese person war offenbar gestorben und drüben in amiland nicht unbekannt.

immer wenn ich diesen namen las rührte sich irgendwas, irgendwo tief drinnen in meinen erinnerungen, doch ich konnte es nicht festmachen, erst recht nicht im zusammenhang mit diesem bild. es kümmerte mich auch nicht sonderlich. es war offenbar ein name den man immer wieder mal hört, aber mit niemandem direkt verbindet, weil man nichts in deren welt verloren hat, dennoch immer wieder zufällig damit in berührung kommt, so wie zsa zsa gabor, willie nelson oder königin beatrix. also kümmerte ich mich nicht darum zu erfahren um wen es sich handelte.

doch plötzlich klingelten meine ohren, denn meine erinnerung flüsterten mir aus heiterem himmel folgendes zu: "pssssssssstttt...... american top 40 with casey kasem!" - und ich zischte zurück: "aaaahhhhhhhh jaaaaaaaaa......."

wer in der brd aufwuchs, dem sind englischsprachige musiksender nichts fremdes. durch die alliierten besatzungsmächte und den von diesen im ganzen land verteilten kasernen gab es überall irgendeinen englischsprachigen sender, den man natürlich ohne weiteres empfangen konnte. doch in österreich gab es das nicht - bis 1979, denn mit fertigstellung der uno-city in wien wurde blue danube radio eingerichtet, zunächst nur lokal, später dann bundesweit, doch einige sendungen wurden schon vor der bundesweiten ausstrahlung vom damaligen noch-jugendsender ö3 übernommen, so eben auch die american top 40 with casey kasem die sonntag abends ausgestrahlt wurden. samstags hörten wir kids die österreichischen charts, sonntags die amerikanischen. aus blue danube wurde später dann mein derzeitiger lieblingssender "fm4", dem immer noch eine eigenart es alten blue danube nachhängt, nämlich das englischssprachige. laut gesetz muss dieser sender nämlich überwiegend fremdsprachig senden, so kommt es, dass fm4 am vormittag ausschließlich in englisch moderiert wird, über mittag ebenfalls und am nachmittag teilweise. auch wenn dieses konzwpt zufällig entsatnd finde ich es großartig, so kann man nebenbei ohne sich groß anzustrengen sein englisch verbessern, einfach nur durch zuhören.

aber zurück zu blue danube und den american top 40: es gab große unterschiede zwischen den österreichischen und den amerikanischen charts. erstens fielen bei den amis natürlich all die europäischen hits weg, zweitens hörte man dort oft zum allerersten mal einen song, der dann erst wochen später bei uns, bzw. in europa bekannt und zum hit wurde. an einen dieser hits erinnere ich mich noch heute, denn ich hatte ihn zufällig auf kassette aufgenommen und kannte ihn dadurch schon lange, bevor er in unseren charts das erste mal auftauchte, nämlich maneater von hall & oates. ein dritter großer unterschied war, dass die amerikanischen charts irgendwie "braver" wirkten als die österreichischen. ich erinnere mich auch an die aufregung, als falco erst selbst mit der kommissar in den american top 40 war und dann kurz darauf von after the fire gecovert wurde. ein paar jahre später wurde er dann nummer eins mit dem extra für die usa neu abgemischten amadeus, den ich persönlich noch geiler fand als das original.

dass mister kasem in den usa auch noch als sprecher für zeichentrickserien bekannt war, war mir natürlich bis heute unbekannt, denn wer sieht sich schon zum beispiel scooby-doo im original an und recherchiert dann auch die namen der sprecher? genau: niemand! außer er ist vollnerd, aber so weit gehe ich nun wirklich nicht, ich habe nur für diesen blog nachrecherchiert. na ok, ich gebe zu, ich war neuguierig wer dieser mensch wirklich war.

so war mister kasem also nicht nur teil einer us-amerikanischen jugendkultur, sondern auch noch der österreichischen - zumindest in meiner generation. ob ihm das bewusst war?