Donnerstag, 26. Juni 2014

MEINE KLEINE GESCHICHTE DER COMPUTER

meine erste begegnung mit etwas das man computer nennen konnte war in den tiefsten 80er jahren. mein vater bekam beruflich damit zu tun und schleppte eines tages einen koffer nach hause, der eine seltsame kiste mit tastatur enthielt. diese hatte ein einzeiliges display auf dem nur zahlen, buchstaben und sonderzeichen dargestellt werden konnten. angeblich war das ein teil mit dem programmieren lernen konnte. hin und wieder sah ich wie er sich damit beschäftigte, selbst rührte ich das ding nicht an, das war mir viel zu unspektakulär. ich hatte ja bereits die alte telexmaschine in meinem zimmer stehen, die zwar nur für texte gut war, aber dennoch hatte ich meinen spaß mit ihr.

dann hörte ich geschichten von meinem besten freund der in die htl ging und dort offenbar mit seinem taschenrechner programmieren lernte. soweit ich das mitbekam konnte das kleine schon viel mehr als die kiste im koffer mit der sich mein vater beschäftigte. doch auch das machte mich nicht sonderlich an.


und eines tages, so gegen ende der 80er jahre, stand plötzlich ein c64 in unserem wohnzimmer. es war ein geschenk des vaters an meine brüder. zum glück gab es auch gleich schon ein paar disketten mit spielen dazu. ich weiß noch, dass wir wie die irren olympic winter games spielten. hin und wieder auch "orm" (hieß das so?) und was man halt so in die finger bekam. da gab es ein kugelrollspiel an dem ich regelmäßig verzweifelte und "the castles of dr. creep, das man nur zu zweit spielen konnte, weil man sich gegenseitig helfen musste. ich fing dann an eine c64-zeitschrift zu kaufen, um spiele- und auch softwaremäßig neues zu bekommen und blieb dann bei "die dunkle dimension" hängen.

ich begann mich nun auch ein wenig für andere software und programmieren zu interessieren, schaffte es sogar eine graphik zu erstellen und diese über den bildschirm wandern zu lassen, ich hatte farb- und soundcodes intus, doch irgendwie verlor sich das dann schnell wieder. ehrlich gesagt habe ich mich bis heute nicht mehr für programmierung interessiert. schade eigentlich.

meine nunmehrige exe schrieb damals an ihrer diplomarbeit und hatte angefangen diese mit einem textprogramm auf dem c64 zu schreiben, doch schnell war klar, dass die ganze formatierungsarbeit mehr zeit kostete, als wenn sie es einfach auf schreibmaschine geschrieben hätte. und da ich ja immer noch dieses telexdings im zimmer stehen hatte, wurde eben dieses dafür verwendet. das bisschen formatierung war schnell gemacht und die texte konnte man hier auch bequem abspeichern.

durch zufall kam ich dann an einen ausrangierten x86, ohne festplatte, mit betriebssystem über floppy disk und schwarz-weiß bildschirm. viel gemacht habe ich damit nicht, ich kannte niemanden der software dafür gehabt hätte und die software in fachzeitschriften kam inzwischen schon nur mehr auf 3,5" disketten mit denen ich nichts anfangen konnte, da ich ja nur floppy-laufwerke im 5,25" format hatte. irgendwann wanderte das teil in den keller und blieb auch dort als ich auszog. meine brüder bekamen übrigens bald darauf einen gebrauchten 286er von daddy geschenkt....

so war es nicht verwunderlich, dass ich dann, als ich in meine (unsere) eigene wohnung umzog und in die arbeitswelt eintauchte, das interesse an computern verlor. ich hätte auch gar keine zeit dafür gehabt, denn ich war im schnitt midnestens 16 stunden außer haus, wenn ich dann wieder zuhause war schlief ich oder hatte anderes zu tun. und am wochenende wollte man mal was von der welt sehen.

1999 bekam ich dann einen ausrangierten apple von einem freund geschenkt. der hatte sich einen dieser stylischen imacs zugelegt und brauchte seinen alten mac nicht mehr. ich war eigentlich recht glücklich damit, endlich ein farbbildschirm, ein laserdrucker (!) und sogar ein cd-laufwerk war dabei. das einzige problem war dafür nun software zu finden, doch auch hier konnte ich auf zeitschriften zurückgreifen, zudem konnte man auch spiele finden die kompatibel waren. so geriet ich an die myst-reihe, die ich auch heute noch klasse finde und vermutlich meine vorliebe für ruhige, denklastige und graphisch wundervoll gestaltete spiele prägte. ansonsten konnte ich mit dem teil nicht viel machen, ausser hin und wieder texte erstellen - und natürlich wunderschön formatieren.

doch dann wurde es beruflich notwendig einen pc samt internetanschluss zu besitzen. also suchte ich rat und hilfe bei einem bekannten, der mir dann tatsächlich die einzelteile für einen pc zusammensuchte, besorgte und ihn auch zusammenbaute. gekostet hat mich das ganze ca. 600,- schillinge (knapp über 40 euro), wenn ich mich nicht irre. vielleicht waren es auch 800,- oder 6.000,-, ich weiß es wirklich nicht mehr, auf alle fälle nur ein bruchteil desen was mich ein gerät im laden gekostet hätte. ich saß also höchst interessiert dabei und fand das faszinierend. und ins internet gings dann auch gleich das erste mal. eine der ersten seiten die ich aufrief war die von yello.

bis dahin hatte ich im grunde so gut wie keinen kontakt mit dem internet gehabt, geschweige denn eine email-adresse. doch all das holte ich in windeseile nach, lernte schnell mit programmen umzugehen, mit dem betriebssystem und auch mit der hardware. im laufe der zeit wurden einzelne komponenten ausgetauscht, oder gleich eine neue kiste aus einzelteilen anderer alter kisten, vermischt mit neuen teilen gebaut. nur ganz selten musste etwas neues gekauft werden, wenn dann fand man es gebraucht, oder man konnte irgendwo ausrangierte computer oder einzelne teile ergattern. ich habe nach wie vor ein viel zu großes lager an einzelteilen hier bei mir herumliegen, aber man weiß ja nie. immerhin steht ein uraltteil in der küche, welches von mir als eine art externer speicher verwendet wird, außerdem verwendet meine mutter einen selbst zusammengeschusterten zombie-pc, von dem ich nahezu täglich erwarte, dass irgendwas seinen geist aufgibt.

inzwischen stehe ich bei einem halbwegs aktuellen und zufriedenstellend leistungsstarken laptop mit zweitem großen bildschirm - doch auch hier ist nahezu alles zusammengeschenkt, -gefunden oder billig gebraucht erstanden. das einzige das ich hier gerne ändern würde ist das betriebssystem. ich muss mich hier mit windows vista herumplagen... hätte irgendjemand vielleicht ein windows 7 herumliegen, das er nicht mehr braucht? *bettel* ^^

da android nun immer wichtiger wird, habe ich versucht mich auch damit auseinanderzusetzen, ich bekam sogar ein ausrangiertes tablet gechenkt, denn mein handy ist nach wie vor einfach nur ein handy, kein android, iphone oder ähnliches, doch irgendwie werden wir beide nicht warm miteinander. ich schiebe es mal auf die uralte android version, die auf dem tablet installiert ist. ich wollte zwar ein custom-rom aufspielen, doch nicht einmal mit hilfe meines bruders, der sich damit besser auskennt als ich, gelang mir das. ich komme einfach nicht über die tatsache hinweg, dass ich für jeden scheiß eine app brauche, anstatt einfach wie in windows mittels browser dorthin zu surfen, wo ich hin möchte. zudem lassen sich die apps nicht ordnen, geschweige denn als liste darstellen. wie gesagt, das mag vielleicht alles an der android version liegen, ich warte einfach auf eine bessere gelegenheit.


beruflich hatte ich auch mit einigen seltsamen exemplaren zu tun. so musste ich zum beispiel 1991 mit einem x86 mit schwarzem bildschirm mit grüner schrift zurechtkommen, in dem man alles nur mittels codes eingeben konnte. er selbst lief unter windows, war aber mit einem größeren system verbunden, dessen name ich vergessen habe. im büro stand ein riesiges gerät, dessen daten jeden abend auf ein großes magnetband in der größe einer vhs-kassette gesichert wurden. ich nahm dieses band immer abends mit, damit nichts passiert, falls das büro über nacht abbrennen sollte, und ein mal die woche wurde ein band mit den daten der woche in ein bankschließfach gebracht. das war echt schräg.

als ich 2002 in einer versicherung anfing bekam ich den ersten laptop meines lebens. der war zwar heillos veraltet, da es ein modell aus 1998 war, dennoch war ich recht glücklich damit. noch glücklicher war ich, als das teil dann 2005 gegen ein brandaktuelles ausgetauscht wurde. nun hatte ich plötzlich sogar ein dvd laufwerk! und das nutzte ich auch! das war die zeit als ich begann dvds auszuleihen und zu kopieren.....

ansonsten gab es beruflich computer in allen farben und formen, uralte windows 98er in irgendwelchen lagern, hochmoderne laptops und jede menge ordinärer kisten mit windows xp. abgesehen vom pc mit dem grünen bildschirm, war das schrägste was ich jemals hatte ein pda. das ist an und für sich noch nicht schräg, schräg war es deshalb, weil ich eigentlich nur ein neues berufshandy brauchte und halt gerade nur mehr dieses teil zur verfügung war, ausserdem war die zeit der pdas längst vorbei, es gab bereits iphones. aber ich hatte es nicht lange, denn schon nach einer woche flog mir das teil aus der jackentasche die treppe hinunter. obwohl mit metallgehäuse versehen hatte es diesen ausflug nicht überlebt - so wie übrigens bereits ein anderer pc von mir, den ich auch auf einer treppe fallen ließ. aber das zu erzählen würde nun wirklich zu weit führen....